Steuerfreie Sachbezüge
04.07.2017|3 Minuten Lesezeit

Sachbezüge für 44 Euro Beispiele

Edenred E.Blog Team
Verfasst von: E.Blog Team
Steuerfreie Sachbezüge
04.07.2017|3 Minuten Lesezeit

Der § 8 EStG, genauer gesagt der § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG regelt den steuerfreien Sachbezug, den ein Arbeitgeber seinen Angestellten zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn steuerfrei gewähren darf. Aber: was genau ist darunter zu verstehen – was sind Sachbezüge?

Die nachfolgenden Beispiele sind die steuerfreien Sachzuwendungen, die Arbeitgeber am häufigsten im Rahmen der 44 Euro einsetzen. Steuerfrei bleibt dieser geldwerte Vorteil aber nur, wenn die Freigrenze exakt eingehalten wird. Übersteigt der Wert des Sachbezugs, den ein Mitarbeiter von seinem Arbeitgeber erhält, die 44 Euro, so muss der gesamte Betrag der Lohnsteuer und der Sozialversicherung unterworfen werden. Für die Berechnung sind insbesondere zwei Punkte entscheidend: Zum einen müssen die Werte aller Sachbezüge, die unter § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG fallen, summiert werden. Zum anderen zählt der Zeitpunkt, an dem der Arbeitnehmer den geldwerten Vorteil erhält und nicht, wann dieser ihn einlöst bzw. verwendet (Zuflussprinzip).  

Welche Einsatzgebiete bietet der steuerfreie Sachbezug von 44 Euro monatlich?

Dabei können diese Sachbezüge allerdings sehr unterschiedlich aussehen. Der Betrag von 44 Euro als steuerfreieSachzuwendung kann für die Mitarbeiter beispielsweise in Form eines Tankgutscheins, einer Gutscheinkarte für bestimmte Geschäfte, ein ÖPNV-Ticket oder ein Sachgeschenk verschenkt werden. Welche der Optionen die richtige für Ihre Angestellten ist, hängt von Ihrem Verhältnis zum Team und den Wünschen der Mitarbeitenden ab – Sachgeschenke sind oft persönlicher als Gutscheine, Gutscheine dafür praktisch und universell einlösbar.

1) Tankgutscheine, der Klassiker

Der Klassiker ist die Auszahlung über eine Tankstelle. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer einen Gutschein ausstellen und mit der Tankstelle anschließend abrechnen. Einige Tankstellen geben auch Tankkarten aus. Nach einem Rechtsspruch des Bundesfinanzhofs (BFH) ist es auch erlaubt, dem Arbeitnehmer bis zu 44 Euro in bar zu überlassen, wenn dieser eine entsprechende Tankquittung einreicht. Dieses Urteil hat die Abrechnung der Tankgutscheine vereinfacht. Dennoch bedeuten sie häufig einen enormen Verwaltungsaufwand für die Personalabteilung und sind bei Mitarbeitern ohne Auto eher unbeliebt. 

2) Geschenkgutschein und Guthabenkarte, immer beliebter

Es muss nicht zwingend ein Tankgutschein sein. Natürlich kann der Arbeitgeber auch andere Gutscheine im Handel erwerben und an seine Mitarbeiter weitergeben. Elektronische Guthabenkarten wie unsere Ticket Plus® bieten Arbeitnehmern die Möglichkeit, das aufgeladene Guthaben anzusparen und nach einiger Zeit für größere Wünsche auszugeben. Dabei kann der Gutschein bei über 29.000 Partnern in ganz Deutschland und auch in Online-Shops eingelöst werden – da ist garantiert für alle etwas dabei!

3) Sachgeschenk, die Qual der Wahl

Der Arbeitgeber könnte auch jeden Monat Sachpräsente verteilen. Beispiele sind Wein, Pralinen, Geschenkkörbe oder eine Karte fürs Fitnessstudio. Auch ein Lotto-Los oder Tickets für Kino und Oper sind denkbar – dem Unternehmen sind bei der Auswahl keine Grenzen gesetzt. Bedenken sollten Arbeitgeber dabei, dass nicht alle Geschenke gleich gut ankommen. Allergien, Diäten oder Religionszugehörigkeiten können die Suche nach dem passenden Gehaltsextra erschweren. Wer dennoch ein Sachgeschenk vergeben möchte, sollte darauf achten, dass die Mehrwertsteuer in die 44 Euro Freigrenze eingerechnet werden muss. Besondere Vorsicht ist bei Geschenken geboten, die per Post verschickt werden. Aufgrund eines aktuellen Gerichtsprozesses sollten vorsichtshalber auch die Kosten für das Paket sowie die Versandgebühren in die 44 Euro eingerechnet werden. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

4) ÖPNV-Ticket – Vorteile für den Arbeitsweg

Ein ebenfalls beliebtes Gehaltsextra – vor allem in Großstädten – ist ein Ticket beim Öffentlichen Personennahverkehrsnetz, auch bekannt als Jobticket. Übersteigt der Wert des Jobtickets die 44 Euro Freigrenze, so hat der Arbeitgeber zwei Möglichkeiten: Entweder er zieht den Differenzbetrag vom Nettolohn des Arbeitnehmers ab oder er nutzt die 15% Pauschalversteuerung für geldwerte Vorteile (+Soli 5,5% + 8% KiSt). Für Mitarbeiter, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, könnte stattdessen ein Parkplatz nahe der Arbeitsstelle (anteilig) gesponsert werden. Bei dieser Sachzuwendung ist vor Einführung eine Bedarfsanalyse zu empfehlen, damit sich keiner in der Belegschaft benachteiligt fühlt. Immerhin sollten auch die Fußgänger und Radler nicht vergessen werden, wenn es um Zuwendungen in Form von Geldleistungen geht.  

Geldwerter Vorteil: der Sachbezug im Vergleich mit anderen Arbeitgeberleistungen

Der steuerfreie Sachbezug ist ein geldwerter Vorteil von vielen. An dieser Stelle möchten wir noch einmal einige Arbeitgeberleistungen auflisten, für die es separate Regelungen gibt:

  • Firmenwagen

  • Verpflegungszuschuss

  • Arbeitgeberdarlehen und Betriebliche Altersvorsorge

  • Kinderbetreuungszuschüsse

  • Internet- und Smartphone-Nutzung

  • Rabattfreibetrag (§ 8 Abs. 3 EStG)

  • Überlassung einer Wohnstätte

  • Gesundheitsleistungen

Wer sich für die 44 Euro Freigrenze interessiert, sollte an dieser Stelle notieren, dass Mitarbeiter, die bereits in den Genuss dieser Sachbezüge kommen, zusätzlich vom 44-Euro-Sachbezugswert profitieren dürfen. Die verschiedenen geldwerten Vorteile schließen sich nicht gegenseitig aus.

Weiterhin kann der Arbeitgeber auch bis zu 60 Euro Sachleistung pro persönlichem Anlass eines Mitarbeiters verschenken. Darunter fallen zum Beispiel Geburtstage, Hochzeiten, Dienstjubiläen oder die Geburt eines Kindes.

Vorsicht bei den Themen Weihnachten und Firmenfeiern! Dies sind keine persönlichen Anlässe. Wer zu diesen Feierlichkeiten Geschenke an Arbeitnehmer verteilen will, der hat zwei Möglichkeiten: Zum einen können sie im Rahmen der 44 Euro abgerechnet werden. Auch hier führt jeder Cent darüber zur Vollversteuerung, denn eine Hochrechnung der monatlichen Beträge auf ein Jahr ist nicht gestattet. Alles was am Ende des Kalendermonats nicht ausgegeben wurde, verfällt. Zum anderen kann innerhalb des Freibetrags für Betriebsveranstaltungen, für die Arbeitgeber jährlich 110 Euro pro Mitarbeiter steuerfrei zur Verfügung haben, ein Sachgeschenk verteilt werden.

Kurz & knapp: Was Sie über § 8 EStG wissen sollten

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